Im Wunderland

Wie Alice sind wir in Bangkok angekommen – mit dem Flieger durch einen Zeittunnel gerutscht, schlaflos aus dem menschenleeren Cyberflughafen rausgestolpert und auf einmal mittendrin im Wunderland – in der riesigen Stadt, in der auf einmal alles anders ist. Eine schwüle Hitze, die sofort den Schweiß laufen lässt. Die fremde Sprache und die fremden Zeichen. Die buntesten Taxis, die ich je gesehen habe – Marlene und ich stehen besonders auf die in pink. Verrückter Verkehr zwischen Hütten, Hochhäusern und Tempeln. Überall gibt es kleine Küchenstände auf der Straße, die alles anbieten, vom leckersten Thaicurry, zuckertriefenden Süßigkeiten bis zu ungeahnten Nahrungsmitteln, deren möglicher Geschmack meine Vorstellungskraft übersteigt. Aber wir haben ja jetzt viel Zeit alles zu probieren und trotz ihrer Furcht vor Chili hat auch Marlene schon viel gekostet. Auf dem Dach des Guesthouse haben wir sogar schon verrückte Kaninchen entdeckt. Was mich nach den ersten drei Tagen in Bangkok vielleicht am meisten beeindruckt hat, ist die Freundlichkeit der Menschen im „Land des Lächelns“ – hört sich stereotyp an, aber das Strahlen und die Herzlichkeit ist umwerfend und sehr ungewohnt nach Winter in Berlin. Die Leute aus dem Phranakorn Nornlen sind umwerfend nett, aber auch die Unbekannten auf der Straße sind so freundich und hilfsbereit und ich habe einfach noch nie in so viele strahlende Gesichter geblickt, wohin wir auch kommen. Vielleicht liegt es daran, dass wir mit den Kindern unterwegs sind, die von wildfremden Menschen auf der Straße geherzt werden. Marlene war von dem Überschwang etwas geschockt und konnte gar nicht einordnen, warum so viele Menschen sie umarmen und beschenken oder fotografieren wollen. Jetzt hat sie die Regel aufgestellt, dass nur noch David und ich von ihr Fotos machen dürfen und wenn es ihr zu viel wird, dann flieht sie auf unseren Arm. Und Milan lächelt einfach immer zurück, findet es lustig, wenn Leute für ihn Quatsch machen. Er ist vor allem glücklich, dass er dank der Hitze immerzu mit seinen nackten Füßen spielen kann.

Durch den Spiegel ... im TukTuk

3 Gedanken zu „Im Wunderland

  1. Hallo Ihr Lieben!
    Das mit dem Tagebuch ist eine tolle Idee. Bin schon gespannt auf die nächsten Eintragungen. Ich beneide Euch um die Wärme – hier war es heute Nacht minus 10 Grad…

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