Spuren des Traumstrandes

Die Pfade zum Strand aller Strände aus dem Film The Beach mit Leonardo Di Caprio sind mittlerweile stark ausgetrampelt – laut unserem Reisebuch kommen jährlich bis zu 400 000 TouristInnen auf die Insel Ko Phi Phi. Auch wir haben uns den Massen angeschlossen und sind zumindest für eine Tag aufgebrochen zu der Insel, die wir von unserer kleinen Insel Ko Jum aus am Horizont bewundern.
Gemeinsam mit einer sehr netten Familie aus Karl-Chemnitz-Stadt – auch mit zwei kleinen Kindern im selben Alter wie unsere – sind wir auf einem kleinen Longtail übergesetzt. Es war ein wunderschöner Ausflug – landschaftlich ist Ko Phi Phi wirklich einzigartig schön, die hohen zerklüfteten Kalksteinfelsen, Palmen und Dschungel über dem türkisblauen Wasser, die versteckten Buchten und schlohweißen Strände.


Was sich heutzutage nicht mehr dort finden lässt, ist die Ruhe und Einsamkeit in der dieses Naturwunder früher wohl einmal verborgen lag. Dieser Tage herrscht überall ein reger Bootsverkehr von Speedbooten, Yachten, Ausflugsschiffen und Longtails. Bei der Einfahrt in eine Bucht entstand fast eine Art Schiffsstau – die Boote drückten sich in einer langen Schlange in die Bucht und drängelten sich um Anlegeplätze an kleinen Ministränden und Felsen. Beim Aussteigen aus unserem kleenen Longtail wäre ich fast von einem Ausflugsschiff angefahren worden, dass sich in eine kleine Lücke quetschte und dann etwa dreißig chinesische TouristInnen ausspuckte, die unter großer Aufregung und ausgestattet mit Rettungwesten, Schnorcheln und Taucherbrillen den an dieser Stelle makellos weißen Sanduntergrund des seichten Wassers begutachteten. Das hatte schon eine gewisse Komik. Aber auch unseren Kindern gefiel das glasklare Wasser ausgesprochen gut. Der kleine Ramon wollte nach dem ersten Baden gleich längerfristig auf diese Insel ziehen und Marlene, die des Schwimmens im Meer in den letzten Tages etwas überdrüssig war und sich bisweilen über das in den Augen brennende Salzwasser beschwert hatte, konnten wir kaum aus dem Wasser herausbewegen. Groß und klein scheint also sehr empfänglich für den Zauber dieser besonderen Insel, die 2004 durch den Tsunami stark getroffen wurde. Hier wurden über 1500 Tote und Vermisste und viel Zerstörung beklagt. Wir haben noch das Tsunamimemorial gesucht, in der brennenden Mittagshitze aber nicht gefunden. Komischerweise konnte uns auch niemand den richtigen Weg weisen und wir wurden mit freundlichem Lächeln in immer entgegengesetze Richtungen geschickt.
Wir haben die touristische Flaniermeile mit Backpackercharme, zu der sich das ehemalige muslimische Fischerdorf entwickelt hat, dann recht schnell wieder verlassen, um mit unserem kleinen Longtailboot weiterzufahren – David hat für sich noch schnell eine neue Ray Ban Brille erworben, die ihm noch besser steht als seine echte und wir haben diesmal darauf verzichtet uns mit Bambusnadeln thailändische Schriftzeichen unbekannter Bedeutung auf unsere Körper stechen zu lassen, wie es nach unseren Beobachtungen derzeit Brauch unter den TouristInnen ist. Gegenüber vom berühmten Maya Beach habe ich beim Schnorcheln eine wunderschöne und recht große Wasserschlange gesehen – mit schwarz-weiß geringeltem Körper und sehr elegant unter Wasser ( hab gerade herausgefunden, dass sie gebänderte Seeschlange heißt).
Auf dem Rückweg haben wir noch mal an der kleineren Mosquitoinsel angehalten und sind auch dort geschnorchelt und dann rechtzeitg zum Sonnenuntergang wieder auf Ko Jum gelandet. Wie wunderbar ruhig es hier doch ist und schön. Ein Ort zum wiederkehren.

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