Wasserfall und erster Kontakt

Heute haben wir eine eindrucksvolle Wanderung unternommen. Teils an einem Bach entlang, teils mitten im Wasser sind wir zu einem wunderschönen Wasserfall aufgestiegen. Marlene ist den ganzen Hinweg tapfer gelaufen. Uns wurde zwar gesagt, es handele sich nur um 500 Meter und etwa 20 Minuten aber wie wir schon festgestellt haben ticken hier die Uhren anders und die Entfernungsangaben haben nichts mit gewohnten europäischen Maßen zu tun. Aber der etwa 2 Stunden andauernde Anstieg war wunderschön in dem schattigen Flüsschen mit frisch gekühlten Füßen. Auf dem Rückweg haben wir dann noch eine Höhle angeschaut, in der tagsüber die Fledermäuse schlafen, wenn sie nicht gerade von blitzenden Touristen aufgescheucht werden. Dort haben wir auch einen unglaublich schönen Banyam Baum gesehen, ein mächtiger Riese, der von den Thailänderinnen und Thailändern als heilig verehrt wird. Oft sind die Bäume mit Blumen und bunten Bändern geschmückt. Dieser Baum hatte seine Wurzeln durch Felsspalten bis in die Höhle hinunter wachsen lassen, so dass sie wie Stangen die Decke abzustützen schienen.


Und dann haben wir zum ersten Mal Elefanten ganz aus der Nähe getroffen. Bislang hatten wir nur welche aus der Ferne im Schatten dösen sehen oder im Taxi auf der Straße überholt. Diese Elefanten waren von ihren Elefantenführern für das Herumtragen von Touristinnen und Touristen ausgebildet, und trotz einiger Bedenken, ob es jetzt gut und richtig ist für diese wilden Tiere, Touris herumzuschleppen, bin ich doch froh, dass wir diesen Ritt unternommen haben. Die Kinder haben sich riesig gefreut. Von einem hohen hölzernen Balkon aus sind wir auf die Elefanten aufgestiegen, die statt Satteln mit einer Art Bank ausgestattet waren. Der erste Elefant hat erst mal die Plattform untersucht auf der wir standen und mit seinem Rüssel um unsere Beine geschlängelt. Beim Tätscheln seines Kopfes ist mir aufgefallen wie unglaublich dick seine Haut ist mit stacheligen Borstenhaaren darauf. Dann sind wir aufgestiegen. Saßen alle vier zusammen oben auf dem riesigen Tier und da ist mir doch richtig mulmig geworden. So ein mächtiger starker Riese. Wenn der auf einmal etwas anderes wollte als wir oder sein Elefantenführer, dann gäbe es nichts, was wir tun könnten. Dann wären wir ihm mit Haut und Haaren ausgeliefert. War natürlich alles in Ordnung, Die Elefanten sind brav mit uns durch ein kleines Kautschukwäldchen gelaufen, durch einen kleinen Bach und ein wenig den kleinen Berg rauf und wieder runter. Der Elefantenführer Bee saß dabei lässig auf seinem Kopf, telefonierte dabei ab und zu, rauchte eine Zigarette und trank eine Cola. Ich kam mir die ganze Zeit vor als sei ich in einem Film, das war einfach ein ganz und gar surreales Erlebnis. Auf den Fotos werdet ihr vielleicht sehen, dass ich die ganze Zeit gekichert habe vor Aufregung – so ein komisches Kichern zwischen Panik und Begeisterung. Wahrlich eine seltsame Erfahrung. Die Kinder fanden es toll. Carl und Marlene haben noch viel darüber gesprochen anschließend. Sie fanden auch großartig, dass sie die Elefanten mit Ananas füttern durften. Und der kleine Ruben hat die ganze Zeit voller Begeisterung sein eigenes Wort für Elefant trompetet: „Galaouuu“.
Auf der Heimfahrt von diesem Ausflug hat uns wieder ein gewaltiger Regenbruch erwischt – hinten auf der Ladefläche eines Pickups. Wir sind dann schnell abgesprungen und in ein kleines Restaurant an der Straße eingekehrt. Auch ein Glückstreffer mit leckerem Essen und sehr netten Leuten. Was für ein schöner Tag.

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